Das 6. Emmaushof-Jahresfest
am 7. Juli 2002

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Am Sonntag, dem 7. Juli 2002 feierten wir unser 6. Hoffest.

Ingrid und Peter

Der Sonntag wurde vom Vorstand als Termin gewählt um den Dorfbewohnern entgegenzukommen. Viele sind samstags in der Landwirtschaft tätig und können an diesem Tag daher nicht kommen. Doch im nachhinein erwies sich der Sonntag als Hindernis für die Freunde mit weiter Anfahrt; vor allem noch, wenn sie berufstätig sind und montags früh herausmüssen.

Richard

Den 7.7. wählten wir als freien Termin zwischen anderen Dorffesten, da wir anderen Festen keine Konkurrenz machen wollen und damit alle Zeit haben zu kommen. Wie wir später erfuhren, war in diesem Termin trotzdem der sprichwörtliche Wurm drin. So ziemlich alle CE-Freunde aus der Region Bamberg/Kronach waren an diesem Tag eingebunden in eine christliche Großmission im Rahmen der Landesgartenschau.

Sr. Angelika und Ingrid
die Lobpreisgruppe

Bis kurz vor dem Termin hatten wir auch keine Lobpreis-Musikanten. Wo auch immer wir anfragten, überall in Deutschland waren an diesem Tag Pfarr- oder Gemeindefeste oder andere christliche Events und unsere Freunde sind meist in den entsprechenden Gemeinden vor Ort tätig. Kurz bevor wir schon aufgaben, sagte Cordula aus Kronach und eine Freundin als Lobpreisgruppe zu.

Sie wählten Lieder mit sehr ausdrucksvollen Texten und in ihrem Lobpreis kam sehr viel rüber. Nochmals vielen herzlichen Dank und Vergelt's Gott an dieser Stelle . Es war für uns ein Geschenk des Herrn, so wie er auf der Hochzeit von Kanaa für den Wein sorgte, damit die Feier gerettet wurde.

Gottesdienst in der Scheune

Gottesdienst in der Scheune

Den Gottesdienst hielt Herr Pfarrer Ehrhard, der im Vorjahr bereits die Kapelle eingeweiht hat. Das Evangelium war aus Matthäus 11, 25-30. Ungewollt hatten wir in Hammelburg Konkurrenz erhalten, eine Gebäude-Übernahme mit Fest der Feuerwehr. Unsere Pfarrer vor Ort konnten daher nicht zu uns kommen. Dennoch war das Hoffest verhältnismäßig gut besucht.

Gottesdienst in der Scheune
Br. Jan inmitten seiner Lieben

Ganz überraschend war jedoch Br. Jan anwesend. Zum Gottesdienst kamen viele Leute vom Dorf, die auch bis zum Mittasgessen und danach blieben. Ein plötzlicher Regenschauer vertrieb einige Gäste.

 

Bei der Mitgliederversammlung des Vereins standen Neuwahlen des Vorstands an. Alle bisherigen Vorstandsmitglieder wurden in ihren Posten neu gewählt, so dass es keine Veränderungen gibt.

 

Mitgliederversammlung

Vater und Tochter

Das Nachmittagsprogramm startete mit einem Lied, das unsere Christina extra für das Hoffest eingeübt hatte. Mir wäre es da vorne am Mikrofon nicht sehr wohl gewesen, aber es war ihr Vorschlag und sie sang ihr Lied mit glockenheller Stimme. Ihr Impuls dazu war: Ihr könnt alle bei Jesus sein. Jesus hat auch euch lieb.

Anschließend hielt Peter eine Rede. Ihm ging es u.a. darum zu erklären, dass viele Abhängige nicht faul sind, sondern einfach weniger belastbar. Oft wurden sie gerade durch diese Minderbelastbarkeit und Minderwertigkeitsgefühle in die Sucht getrieben. Es ist auch ein langer, zum Teil mühevoller Prozeß, wieder in die "Normalität" zurückgeführt zu werden.

Peter

Buffy

Peters Hauptanliegen wurden in drei Gebetsgruppen aufgeteilt, um im Gebet getragen zu werden. (Letztes Jahr erfüllten sich einige der Gebetsanliegen vom Hoffest, wie der Dachausbau und der Kapellenbau).Die diesjährigen Gebetsanliegen waren:

1. das Anliegen, dass Peter fest für den Hof und Gesamt-Emmaus tätig sein kann. Durch den Ausfall von Br. Jan hat Peter auch in Gesamt-Emmaus mehr Verantwortung, bzw. Tätigkeiten übertragen bekommen. Die Doppelbelastung durch die Arbeit in Nürnberg und den Emmaushof in Gauaschach ist ohnehin schon groß. Schon auf der Arbeit wird 100%-iger Einsatz gefordert. Die Wochenenden sollen dann für Hofgemeinschaft, Emmaustreffen und Familie sein.

Andreas und Freundin
Der Quizmaster mit Tochter

Als Ehefrau ist mir schon wichtig, dass wir als Ehepaar Zeit haben, um an der Beziehung zu arbeiten. Eine Ehe gelingt nur, wenn man auch Zeit in die Beziehung investiert. Aber vor allem ist mir wichtig, dass in der Familie Zeit für Christina investiert wird. Man kann dagegenhalten, dass in der heutigen Zeit viele Kinder Zeitmangel der Eltern wie auch immer zu verkraften haben. Die Knäste sind voll von "zu kurz gekommenen" Kindern. Und wir als Gemeinschaft versuchen, auch in diesem Bereich Aufklärungsarbeit zu tun. Ob es dann so gut ist, unser eigenes Kind auf die Abschiebebank zu schieben, kann dann jeder für sich beantworten.Auch muss ich hier vor Ort sagen, dass wir uns als Hofgemeinschaft schon durchwurschteln, aber es fallen oft Situationen an, wo Peter hier einfach gebraucht wird. Manchmal ist es auch nicht möglich, das alles dann aufs Wochenende zu verschieben.

Iris und Andreas
Beim Nachmittagsprogramm

Wie schon gesagt, haben viele Suchtkranke Schwierigkeiten mit der Belastbarkeit. Man erreicht nichts durch übermäßigen Druck, an dem sie schon früher gescheitert sind. Früher entflohen sie dem Druck durch den Griff zum Suchtstoff; doch sie haben ja beschlossen, diesen Weg nicht mehr zu gehen. Also, wie sollen sie sich nun plötzlich diesem Leistungsdruck stellen? Eingliederung ins normale Leben bedarf vieler kleiner Schritte, und diese bedürfen ständiger Motivation. Doch auch hierfür müsste Peter öfter am Hof sein.

Br. Jan

2. die Pflege von Br. Jan. Br. Jan ist seit seinem Herzstillstand zum Pflegefall geworden. Für ihn als stets aktivem Menschen ist das wohl ein furchtbarer Einschnitt und er ist so nicht der einfachste Patient. Es fordert viel psychische Kraft und Ausdauer ihn zu pflegen.So sind es hauptsächlich Maria und Peter und zwei mehr oder weniger wechselnde Emmäuse, die sich im wöchentlichen Wechsel die Pflege teilen. Mark ist nunmehr auch noch dazugekommen. Nur gibt es für solche Fälle keine rechtliche Grundlage, so dass sie wegen der Pflege teilweise mit minimalsten eigenen finanziellen Mitteln klarkommen müssen. Eine finanzielle Unterstützung wäre sehr wohl notwendig und sicher auch im Sinn des Herrn. Ihr Dienst wird vor IHM geleistet und sollte auch getragen werden.

Peter und Maria
Frank und Andreas

3. die Außenanlagen. Nachdem das Haus weitgehend fertiggestellt ist, sollte das Gesicht des Hofes nun auch nach außen hin etwas aufgeräumt werden. Doch selbst das Anlegen einer Rasenfläche würde sehr viel Arbeit kosten (schwerer Boden, viele Steine). Auch bei Eigenleistung müssten Maschinen gemietet und Material investiert werden, genau so bei Aufräumungsarbeiten. Wegen Nichtisolierung der Hausmauern leidet vor allem unsere Kapelle unter der Feuchtigkeit.

Familie Puglio

Den kreativen Teil des Nachmittagsprogramms übernahm die Familie Puglio mit Pantomime und Lobpreis. Peter kannte Larry Puglio von der Emmausgruppe im Gefängnis. Nach seiner Entlassung verlor er Larry aus den Augen. Im Mai dieses Jahres bekam Larry Peters Adresse und meldete sich wieder. Die Familie Puglio (Larry, Birgit und drei Kinder) ist sehr kreativ für den Herrn.

Vater und Sohn
Larry und Birgit

Neben Pantomime und Musik kreieren die Puglios auch Bilder (Poster, Karten) und Skulpturen, und machen so Straßen- und Gefängnismissionen. Nebenbei gründeten sie eine christliche Wohngemeinschaft für Künstler. Auch begleiteten sie mit uns uns eine Firmgruppe, die uns am Wochenende nach dem Hoffest wegen Suchtprävention besuchte.

Mark und Dieter

Neben Pantomime und Musik kreieren die Puglios auch Bilder (Poster, Karten) und Skulpturen, und machen so Straßen- und Gefängnismissionen. Nebenbei gründeten sie eine christliche Wohngemeinschaft für Künstler. Auch begleiteten sie mit uns uns eine Firmgruppe, die uns am Wochenende nach dem Hoffest wegen Suchtprävention besuchte. Am Abend des Hoffestes verließen uns die letzten Gäste, nachdem die Gewinner unseres Hofquizes (getrennt für Erwachsene und Kinder) bekannt gegeben wurden.

Mark und Walter
Iris und Peter

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei all den vielen Helfern, die das Hoffest in dieser Form erst ermöglichten, sei es finanziell, durch Gebet, durch Kuchenspenden oder durch sonstige Mithilfe. Auch wollen wir uns bei denen bedanken, die das ganze Jahr über in irgendeiner Form hinter uns stehen und uns Liebe und Geduld entgegenbringen.

Vergelt's Gott.

Iris Weiß

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